Hochfest des heiligen Josef

Montag, 19. März 2012 von Pater Gabriel

Die Kirche begeht heute das Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der Gottesmutter Maria.  Unser Stifter, der heilige Paul vom Kreuz, verehrte den heiligen Josef in besonderer Weise. Er förderte mit Ausdauer dessen Verehrung und die Nachahmung seiner  Tugenden, besonders des inneren Schweigens. Der erste Biograph des Gründers, der heilige Vinzenz Maria Strambi, schrieb in seinen Ausführungen: „Unter den Heiligen hatte Paul vom Kreuz an erster Stelle als seinen besonderen Beschützer den Heiligen Josef erwählt, den reinsten Bräutigam der Jungfrau Maria und großen Meister des Umgangs mit Gott und des heiligen Gebetes. Als er das Noviziatskloster errichtete [Einweihung Juli 1761], getrennt vom anderen Kloster Mariä Opferung auf dem Monte Argentario, wollte er, dass die Kirche dem glorreichen Patriarchen Sankt Josef geweiht würde, gleichsam als würde er ihn bitten, der Beschützer jener frommen jungen Männer zu sein und ihr Lehrer auf den inneren Wegen des Geistes.[1]

In den Nöten der Kongregation, wie zum Beispiel während der Auseinandersetzung mit den Bettelorden, setzte Paul vom Kreuz wiederholt den “mächtigsten Schutz” des heiligen Josef ein.[2] Am 10. Juni 1780 gewährte Papst Pius VI. unserer Kongregation das Privileg, das Offizium vom Patrozinium des heiligen Joseph sub ritu duplicis maioris zu beten. Das Reskript, um das der damalige Generalobere P. Giovanni Battista Gorresio gebeten hatte, wurde gewährt, „um der besonderen Verehrung Genüge zu leisten, die in der Kongregation vom Leiden Jesu Christi gegenüber dem Hl. Josef, dem Bräutigam der Allerseligsten Jungfrau, erblüht.

In dieser Tradition regte im Jahre 1805 der damalige Generalobere unserer Kongregation, P. Giuseppe Maria Claris, eine noch eifrigere Verehrung des heiligen Josef an, um den Geist des Gebetes und eine größere Zahl von Berufungen zu erlangen. Sicherlich wurde der heilige Josef  auch um Schutz gegen die in Italien einfallenden französischen Truppen gebeten, welche einige unserer Klöster plünderten.[3] Mit der Zustimmung seines Generalrates erklärte P. Giuseppe M. Claris am 12. März 1805 den heiligen Josef zum besonderen Patron unserer Kongregation. Er ordnete an, dass in jedem Kloster nach dem Rosenkranz und der Antiphon zum heiligen Erzengel Michael, des zweiten Patrons unserer Kongregation, das Gebet zum heiligen Josef gebetet werden soll. Dies pflegen wir bis heute in unseren Kommunitäten (siehe Gebet unten). Einige Tage später, am 16. 3. 1805, erlangte er von der Ritenkongregation, dass das Fest des heiligen Josef in der Kongregation besonders feierlich begangen werden konnte. Dazu wurde neben dem Hochfest am 19. März das Patronatsfest des heiligen Josef in unsere Eigenfeste eingefügt.  Dies wurde am 3. Sonntag nach Ostern gefeiert. Vor der Liturgiereform, welche durch das Zweite Vatikanische Konzil eingeleitet wurde, gab es verschiedene Klassifizierungen der Feste im Rahmen des Kirchenjahres. Das Patronatsfest nahm dabei den höchsten Rang ein und wurde sogar mit einer Oktav versehen, vergleichbar mit dem heutigen Oster- und Weihnachtsfest. Liturgisch wurde somit acht Tage hintereinander das Hochfest gefeiert. Diese Entwicklung zeigt, welch hohen Stellenwert der heilige Josef in der passionistischen Spiritualität und Frömmigkeit einnahm und auch heute noch einnimmt. In seinem Rundbrief vom 15. April 1805 schrieb der Generalobere: „Geliebte Brüder, wir brauchen die besondere Hilfe und den Schutz dieses mächtigen Heiligen, um uns zu heiligen durch die besondere Gabe des Gebetes und um uns auszubreiten aufgrund der Notwendigkeit, dass man heute mehr als je zuvor oft ins Feld ziehen muß, um gegen die Sünde Krieg zu führen… Er sei unsere Zuflucht in jeglicher Not. Bitten wir ihn aus ganzem Herzen, dass er uns behüte, lenke und leite. Empfehlen wir uns ihm als unserem liebevollen Patron und Beschützer mit dem lebendigen Eifer unseres Geistes, und wir werden unsere arme Kongregation im höchtsten Grade zunehmen sehen an Zahl und Qualität ihrer Mitglieder, was Gott schenken möge durch die Verdienste und auf die Fürsprache dieses glorreichen Heiligen.[4]

So wollen auch wir den heiligen Josef um seine Fürsprache am Throne Gottes in dieser prekären Situation der Kirche bitten: “Seht, das ist der treue und kluge Hausvater, dem der Herr seine Familie anvertraut hat. Ehre und Reichtum füllen sein Haus. Seine Gerechtigkeit währt in Ewigkeit. Lasset uns beten: Allmächtiger Gott, in deiner Vorsehung hast du den heiligen Josef zum Bräutigam der seligsten Jungfrau erwählt. Höre auf seine Fürsprache und mache ihn, den wir auf Erden als unseren Beschützer verehren, zu unserem Anwalt im Himmel. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.”

  1. Vgl. Vinzenz Maria STRAMBI, Vita del ven. servo di Dio P. Paolo della Croce, 369-370. []
  2. Vgl. Cajetan REYNDERS, St. Paul of the Cross. His Spirit and Virtues (New York 1960) 207f. []
  3. Vgl. Fabiano GIORGINI, La Congregazione della Passione di Gesù. Sguardo storico della spiritualità, organizzazione, sviluppo (Roma 2006) 178. []
  4. Vgl. Fabiano GIORGINI, Storia dei Passionisti vol. II/2 (Roma 2000) 279. []

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