Bittet, dann wird euch gegeben.
Montag, 10. Mai 2010 von
Frater Gabriel
„Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten“ (Mt 7,7-11).
Nach guter alter Tradition, welche schon bis ins 4. Jahrhundert zurückreicht, begeht die Kirche die drei Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage. In vielen Gegenden finden Flur- und Bittprozessionen statt. Die Felder werden gesegnet und es wird um eine gute Ernte gebetet.
Mit vielen Anliegen kommen wir in dieser Zeit zu Gott. Voll Vertrauen können wir, gemäß dem oben zitierten Abschnitt aus der Bergpredigt, diese Tage vor Gott hintreten und Ihn um die vielfältigen Gaben bitten, welche Er für uns bereithält.
Liturgisch feiern wir nun die letzten Tage, in denen der Auferstandene bei seinen Jüngern, und somit auch bei uns, ist. In dieser vertrauten Gemeinschaft dürfen wir uns getrost wie der heilige Apostel Johannes an die Brust des Meisters lehnen und Zwiesprache mit Ihm halten.
Auch die heilige Jungfrau, die wir im Monat Mai besonders ehren, kennt unsere Sorgen und Nöte nur zu gut. Bei der Hochzeit zu Kanaa ist sie es, die den Herrn um sein erstes Wunder bittet – „Sie haben keinen Wein mehr“ (Joh 2,3). Wie wir auch unserer leiblichen Mutter unsere Bitten unterbreitet haben, so können wir uns vielmehr noch unserer himmlischen Mutter anvertrauen. Bittet, dann wird euch gegeben.
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