Heute ist euch der Heiland geboren…

Freitag, 26. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Unser Mitbruder P. Michael Hösl, der Rektor des Klosters in München -Pasing, verfasste folgenden Weihnachtsbrief an alle Freunde der Alten Pfarrkirche:

Das große Geheimnis des Weihnachtsfestes liegt eigentlich in einem ganz unscheinbaren, alltäglichen Wort, in dem Wort „heute“. Die Botschaft, die der Engel den Hirten auf dem Feld verkündet hat, heißt: „Heute ist euch der Heiland geboren; er ist der Messias, Christus der Herr.” Dieser Messias ist derjenige, auf den das Volk Israel Jahrhunderte gewartet hat. Sie haben danach geschrieen, gebetet und gerungen, dass Gott doch endlich diesen Messias schicken soll. Beim Propheten Jesaja gibt es ein herzzerreißendes Gebet. Da betet der Beter:

„Ach dass du doch den Himmel zerreißen mögest und IHN sendest.” Daher kommt unser Adventslied: „O Heiland reiß die Himmel auf.” Sie haben sich danach gesehnt, weil sie genau wussten: Unser Verhältnis zu Gott ist nicht mehr so wie es am Anfang war. Da war ein Riss durch die Schöpfung gegangen durch die Sünde. Und nicht nur das Verhältnis zu Gott war zerbrochen, auch das Verhältnis untereinander. Auch wenn es uns vielleicht wirtschaftlich gut geht, irgendwie ist bei uns eine Zerrissenheit da. Und sie haben sich nach dem Messias gesehnt. Und glauben Sie mir, die Zerrissenheit in unserer Welt heute ist genauso groß, wenn nicht noch viel größer. Da brauchen wir nur einen Blick in die Zeitung zu werfen.

Aber diese Sehnsucht, dieses Gebet, dieses Schreien des Volkes Israel nach dem Messias ist nicht ohne Antwort geblieben. Aber eins konnte keiner dieser Propheten sagen: ‚Heute’ ist es so weit. Die Propheten konnten immer nur sagen: Es wird einmal der Tag kommen. Diese Botschaft ‚heute …’ bleibt vorbehalten dem Engel, der in der Weihnachtsnacht den Hirten auf dem Feld verkündet: „Heute ist euch der Messias geboren der Retter, Christus der Herr.”

Und seitdem wird diese Botschaft an jedem Weihnachtsfest verlesen. Aber auch an jedem Weihnachten, wird nicht verkündet: Damals wurde den Israeliten der Heiland geboren, sondern in jedem Jahr heißt es: Heute ist euch der Heiland geboren.

Jeder der an diesem Weihnachtsfest darf wissen: Heute ist er dir geboren. Gottes Heilsangebot ist heute sein Heiland, sein Erlöser, sein Retter für Dich.

Die Hirten haben diesen Heiland gefunden. Aber was haben sie denn gefunden. Sie haben ein Baby gefunden, ein ganz unscheinbares Baby. Dieses Baby hat noch nicht einmal einen Heiligenschein gehabt. Es hat geschrieen wie ein Baby und hat ausgesehen wie jedes Baby. Gott kommt in diesem ganz unscheinbaren Zeichen.

Jetzt, in unserer Zeit, kommt Gott nicht als Baby zu uns, aber er kommt auch heute in einem ganz unscheinbaren Zeichen, nämlich in der Eucharistie. Da begegnet Dir der Heiland, der lebendige Gott. Viele Menschen in der Welt erfahren in der Eucharistie die Weihnachtsbotschaft. „Heute ist dir der Retter geboren, Christus der Herr.”

Und ich wünsche Ihnen an diesem Weihnachtsfest, dass Sie dieses eine erleben, nicht nur dass Sie sich freuen über Geschenke, das auch, aber dass Sie auf Ihre ganz persönliche Weise erfahren: „Heute ist Dir der Retter geboren, er ist für dich da, der Christus der Herr.”

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4. Adventsonntag (Lk 1,26-38)

Sonntag, 21. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Im heutigen Sonntagsevangelium werden wir in Gedanken in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret versetzt. Maria, ein junges Mädchen, ist von Gott auserwählt worden, die Mutter des Höchsten zu werden.

Als der Engel bei ihr eintrat erschrak sie sehr. Plötzlich tat sich etwas nie zuvor Gesehenes auf. Plötzlich wurde der Vorhang ein kleines Stück aufgemacht und Maria konnte im Anblicken des Engels etwas von der Herrlichkeit Gottes erfahren. Wenn plötzlich das Ewige das Zeitliche berührt, dann kann der Mensch nur erschrecken. Es ist eine Erfahrung, die wir Menschen nicht einordnen können, die über unsere Vorstellungskraft hinausgeht.

Bemerkenswert ist hier, dass nicht Maria sich aufmacht um aus der Zeitlichkeit durch Meditation oder sonstige Techniken auszubrechen, sondern Gott bricht in einem Augenblick in die Zeitlichkeit ein. Gott macht sich auf die Suche nach dem Menschen, nicht umgekehrt. Gott hat mehr Sehnsucht nach dem Menschen als die Menschen nach ihm. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt…” (Joh 15,16) Von nun an, seit der Geburt unseres Erlösers im Stall von Bethlehem, müssen wir Gott nicht mehr außerhalb von uns suchen, seither ist er uns ganz nahe gekommen. Seither ist er angreifbar, fühlbar, ja, auch „verletzbar” geworden.

Maria war eine tief gläubige Jüdin. Sie selbst wartete sehnsüchtig auf den verheißenen Messias. Als sie die Botschaft des Engels hörte – „Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.” – wusste sie, dass sie auserwählt worden war, die Mutter des Messias zu sein. An ihr sollten sich alle Verheißungen, welche an die Propheten ergangen waren, erfüllen. Hätte das nicht Anlass zu Hochmut gegeben? Doch nein, Maria antwortet: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.”

Das Geheimnis von Weihnachten können wir gar nicht genug ausloten. Was wir jedoch tun können: Wir können den Immanuel, den Gott mit uns, bitten, er möge doch, gerade in dieser Zeit, in alle Situationen unseres Lebens kommen, um darin Mensch zu werden und diese Situationen zu erlösen. Seien es Beziehungen, Arbeitsverhältnisse, schwere Krankheiten usw. Wir dürfen auf das Wort Gottes vertrauen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen” (Mt 11,28).

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Podcast über den Sel. Bischof Eugen Bossilkov CP

Montag, 15. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Anlässlich des Gedenktages des Sel. Märtyrerbischofs Eugen Bossilkov (13.11.) hielt P. Gregor Lenzen auf Radio Horeb einen Vortrag über sein Leben und Sterben für den gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus.

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Jesus, das Wort des Lebens

Montag, 15. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Einen Morgenimpuls von unserem Provinzial P. Gregor Lenzen über das Wort des Lebens können Sie hier herunterladen bzw. anhören. >>>

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Maria, die Unbefleckte Braut, in den eucharistischen Texten der Hl. Hildegard

Montag, 15. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Einen Vortrag zu diesem Thema von unserem Mitbruder P. Dr. Anton Lässer können Sie hier herunterladen bzw. anhören. >>>

P. Anton hat sich über viele Jahre hindurch mit den Texten der Hl. Hildegard befasst und hat ebenso seine Lizenziatsarbeit über diese große Mystikerin geschrieben.

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3. Adventsonntag (Joh 1,6-8.19-28)

Sonntag, 14. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Am heutigen Tag feiert die Kirche den Gaudete-Sonntag. Gaudete heißt übersetzt: Freut euch! Die adventliche Zeit, die eine Fasten- und Vorbereitungszeit auf das große Geburtsfest unseres Herrn Jesus Christus darstellt, wird an diesem Tag allein schon durch die liturgische Farbe rosa durchbrochen. Die Freude über den kommenden Erlöser drückt sich bereits hier aus.

Im heutigen Evangelium begegnet uns, wie in der Adventszeit sehr oft, Johannes der Täufer. Etwas Großartiges vollzieht sich hier in der Wüste am Jordan. Viele Menschen pilgern zu Johannes hinaus, bekennen ihre Sünden und lassen sich taufen. Die religiöse Obrigkeit schickt Kundschafter aus, um Johannes zu befragen, wer er denn sei. „Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.” Es ist dies ein Programm für unser ganzes christliches Leben. Wir sind dazu berufen, Zeugnis für das Licht abzulegen. Wie Johannes sollten wir ganz durchlässig sein für das Licht, das wir selbst von Gott empfangen. Wir dürfen mitten in dieser Welt als Lichter leuchten, nicht weil wir selbst dazu fähig wären, sondern weil Gott uns dazu verwenden möchte, seine Zeugen zu sein. Gleichsam wie der Mond sein Licht nicht aus sich selbst hat, sondern von der Sonne empfängt, so sollen auch wir das Licht Christi empfangen und den Menschen weiterschenken.

„Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!” Der heilige Augustinus († 430) schreibt in einer Predigt über  das Verhältnis Johannes´ des Täufers zu Christus:

Johannes ist die Stimme, der Herr aber ist das Wort, von dem es heißt: „Im Anfang war das Wort.” Johannes war die Stimme nur eine Zeitlang, Christus ist das ewige Wort von Anfang an. Nimm das Wort weg, was ist dann die Stimme? Wenn in der Stimme kein Gedanke ist, bleibt sie Geräusch ohne Sinn. Die Stimme ohne Wort pocht zwar an das Ohr, aber sie erbaut nicht das Herz. … Es ist schwierig das Wort von der Stimme zu unterscheiden. Darum wurde Johannes selbst für den Messias gehalten. Die Stimme hielt man für das Wort. Aber um das Wort nicht zu beleidigen, bekannte sich die Stimme zu dem, was sie war: Stimme. So spricht sie: „Ich bin nicht der Messias, nicht der Prophet.” Wer bist du also? Da sagte sie: „Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!”

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Sel. Bernhard Maria Silvestrelli

Dienstag, 9. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Der sel. Bernhard Maria von Jesus (Cesare Silvestrelli) wurde am 7. November 1831 in Rom geboren. Am 22. Dezember 1855 wurde er auf dem Monte Argentario zum Priester geweiht und am 28. April 1857 legte er im Noviziat von Morrovalle die Profess ab. Bald schon wurden ihm innerhalb der Kongregation verschiedene Ämter anvertraut. Er war in den Jahren 1878 – 1889 und 1893 – 1907 Ordensgeneral. In seiner Amtszeit erlebte die Kongregation einen großen Aufschwung. Er bemühte sich um das Bewahren des Geistes des hl. Paul vom Kreuz. Im Kloster Moricone starb er nach einem Treppensturz am 9. Dezember 1911. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 16. Oktober 1988 selig.

Weitere Informationen über Bernhard Maria Silvestrelli finden Sie hier >>>

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Tagebucheintrag des hl. Paul vom Kreuz am 4. Dezember 1720

Donnerstag, 4. Dezember 2008 von Frater Gabriel

Beim Beten war ich gesammelt und empfand eine wohltuende Unruhe der Gedanken. Bei der hl. Kommunion hatte ich ein starkes Wonnegefühl. Mein lieber Jesus gab mir die eingegossene Erkenntnis von der Freude, die die Seele haben wird, wenn wir Ihn von Angesicht zu Angesicht schauen werden [1] und wenn sie mit Ihm in heiliger Liebe vereint sein wird.
Dann überkam mich ein Schmerz, Ihn beleidigt zu sehen. Ich sagte Ihm, dass ich wünschte, für das Heil einer Seele in Stücke gehauen zu werden. Oh weh, ich schien zu vergehen, als ich daran dachte, dass so viele Seelen verloren gehen, weil sie die Früchte des Leidens meines Jesus nicht erfahren.[2] Wenn Gott mir diese hohe Erkenntnis von der Freude gibt, die man erleben wird, wenn man Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen wird – d. h. in der Vereinigung mit Ihm – dann kann die Seele, sozusagen, es nicht mehr ertragen, im Leib zu verharren; denn im hellen Licht des Glaubens sieht sie sich in der unendlichen Liebe ihres Gottes. Es wird in ihr der Wunsch wach, sich vom Körper zu trennen.[3]
Ich weiß, dass es mir schon früher gekommen ist, zu sagen, dass der Leib eine Kette der Seele ist, die sie gebunden hält. Denn so lange sie Gott nicht durch den Tod des Leibens zersprengt, kann sie nicht zur vollen Anschauung ihrs geliebten Gutes und zur vollen Vereinigung mit Ihm kommen.[4]

  1. 1 Kor 13,12 a: “Wir sehen nämlich jetzt durch einen Spiegel rätselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht” []
  2. Für Paul vom Kreuz ist das Leiden Jesu “das größte und erstaunlichste Werk göttlicher Liebe”: La più grande e stupenda opera de divino amore (Briefe II, 499). []
  3. Phil 1,21.23: “Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn. Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein – um wie viel besser wäre das!” []
  4. Mit ähnlichen Worten beschreibt die hl. Theresia diese Erfahrung: “Die Seele fühlt sich wie gefesselt und kann sich nicht so in Gott erfreuen, wie sie wünscht; und darum erfasst sie ein heftiger Widerwille vor dem Leibe; er kommt ihr vor wie eine dicke Wand, die sie hindert, den Gegenstand, den sie zu besitzen vermeint, nach ihrem Wunsche zu genießen, da sie von den Banden des Körpers zurückgehalten wird. Sie erkennt das große Unheil, das Adams Sünde über uns gebracht hat, da sie uns dieser Freiheit beraubt hat.” []

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