Gebet Jesu im Ölgarten Getsemani

Donnerstag, 5. April 2012 von Br. Matthias Maria

Katechese von Papst Benedikt XVI. über das Gebet Jesu im Ölgarten Getsemani

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich zu euch über das Gebet Jesu im Ölgarten Getsemani sprechen. Das Bild, welches die Evangelien von diesem Gebet zeichnen, ist besonders bedeutungsvoll. Jesus begibt sich nach dem letzten Abendmahl zum Ölberg, während er mit seinen Jüngern betet. Der Evangelist Markus berichtet: „Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus“ (14,26). Die Andeutung bezieht sich vermutlich auf den Gesang einiger Psalmen des Hallel, mittels derer man Gott für die Befreiung des Volkes aus der Sklaverei dankt und Ihn um Hilfe in den immer neuen Schwierigkeiten und Gefahren der Gegenwart bittet. Auf dem Weg zum Getsemani lässt Jesus Worte fallen, die sein nahes Todesschicksal und die bevorstehende Versprengung der Jünger ahnen lassen. Den Rest des Eintrags lesen »

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Gebet Jesu während des Letzten Abendmahls

Donnerstag, 5. April 2012 von Br. Matthias Maria

Papst Benedikt XVI. über das Gebet Jesu während des Letzten Abendmahls

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Rahmen der Betrachtungen über das Beten Jesu, die ich in diesen Wochen anstelle, möchte ich heute über das Gebet beim Letzten Abendmahl sprechen. Es ist, wie wir wissen, ein Mahl des Abschieds Jesu von seinen Jüngern. Vor seinem Leiden und Sterben gibt der Herr in diesem Mahl etwas Neues, er schenkt sich selbst als das wahre Lamm und stiftet so sein Pascha. Den Kern dieses Mahls bilden die Worte und Gesten Jesu: das Brechen und Austeilen des Brotes sowie das Reichen des Kelches zusammen mit dem Dankgebet und Lobpreis. Den Rest des Eintrags lesen »

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Maria Immaculata

Donnerstag, 8. Dezember 2011 von Br. Matthias Maria

Heute feiert die Kirche das “Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria”. Papst Pius IX. verkündete am 8. Dezember 1854 das Dogma der unbefleckten Empfängnis. Er rief zum Vertrauen und zum Gebet zur Immaculata auf indem er sagte: “Verehrt alle mit glühendem Eifer, mit Liebe und Hingabe die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, die ohne Sünde empfangen wurde. Rufet sie an! Fleht zu ihr! In jeglicher Gefahr, Angst und Not nehmt Zuflucht zur Mutter der Barmherzigkeit und der Gnade. In Zweifeln und Furcht geht mit vollem Vertrauen zu ihr. Keine Furcht und kein Zweifel soll den abschrecken, den sie leitet, über den sie wacht, dem sie gnädig ist und den sie beschützt. Maria ist von Mutterliebe zu uns erfüllt. Sie sorgt für unser Heil. Für uns alle ist sie besorgt. Und diese unsere Mutter hat der Herr zur Königin des Himmels und der Erde gemacht. Er hat sie erhoben über alle Heiligen, über alle Chöre der Engel. Sie steht zur Rechten ihres göttlichen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Wenn sie ihn mit ihren mütterlichen Bitten bestürmt, so hat sie Erfolg; sie erreicht alles, was sie von ihm erbittet. Ihre Wünsche bleiben nie unerfüllt.”

Maria ist das Idealbild des Menschen, wie Gott ihn sich gedacht hat, auf sie wollen wir heute schauen. P. Gregor Lenzen CP schenkt uns eine Betrachtung zum Thema Maria Immaculata. Den Vortrag, der in Radio Horeb ausgestrahlt wurde, können Sie hier anhören bwz. herunterladen >>>

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Christkönigsfest (Mt 25,31-46)

Sonntag, 20. November 2011 von Pater Gabriel

christkoenig.jpgDer heutige Christkönigssonntag stellt das Ende des Kirchenjahres dar. Das Christkönigsfest ist ein sehr junges Fest. Es wurde erst 1925 von Papst Pius XI. eingesetzt und stellt uns die wahre Königsherrschaft Christi vor Augen. Speziell die katholische Jugend konnte sich in den zahlreichen Prozessionen und Feierlichkeiten rund um dieses Fest entschieden dem wahren König des Himmels und der Erde zuwenden, entgegen nationalsozialistischer Ideologien.

Im Evangelium begegnet uns Christus heute zunächst als Richter über Gute und Böse. Wenn wir einen Blick in die vielen Kirchen und Kapellen unseres Landes werfen, dann finden wir unzählige Darstellungen, welche uns dieses „Ereignis” bildlich nahe bringen und ebenso auch in Erinnerung rufen wollen. Das letzte Gericht, der jüngste Tag, wird uns in teils erschreckenden Bildern dargeboten. Wie aber wird sich das Gericht vollziehen? Was erwartet uns am Ende unseres Lebens? – Wir werden der Liebe begegnen, der absoluten Liebe! In dieser Liebe werden wir unser ganzes Leben in einem neuen Licht sehen. In dieser Liebe wird alles offenbar. Es wird keine Masken und Schminke mehr geben. Der Blick, der uns im Gericht trifft, wird nicht strafend sein, er wird voller Liebe sein, und in diesem Blick erkennen wir, wer wir wirklich sind. Wir werden eingehen in diese Liebe, oder nie mehr diese Liebe spüren.

In den weiteren Versen begegnet uns Christus als unser geringster Bruder, unsere geringste Schwester. „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen … Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.”

Bitte denken wir jetzt nicht sofort an die großen Werke einer seligen Mutter Teresa von Kalkutta oder einer heiligen Elisabeth, sondern denken wir an die vielen kleinen Möglichkeiten in unserem Alltag einem Menschen, der uns vielleicht nicht so sympathisch ist, Gutes zu tun. Einen freundlich Blick zu schenken, einmal ein Lob auszusprechen, ein Wort des Trostes zu sagen, oder einfach nur zuzuhören. Vieles können wir für unseren Nächsten tun, denn es ist immer Christus, der mit seinem liebenden Blick nach unserer Gegenliebe verlangt.

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Eine Viertelstunde vor dem Allerheiligsten

Mittwoch, 9. November 2011 von Br. Matthias Maria

Anregungen des hl. Antonius Maria Claret

Pater Claret (1807 – 1870), später Erzbischof von Kuba, gründete die Missionsgemeinschaft der Söhne, des Unbefleckten Herzens Mariens – der Claretiner. Die folgenden Texte des Heiligen wurden ausgewählt und herausgegeben vom Pastoralamt der Erzdiözese Wien 1988.

Pater Claret benützt die persönliche Form, indem er Jesus zu jedem einzelnen sprechen lässt.

„Es ist nicht nötig, viel zu wissen, um mir zu gefallen – es genügt, dass du mich sehr liebst. Sprich hier also einfach mit mir, wie du mit deinem engsten Freund sprechen würdest.

Musst du mich für jemanden um etwas bitten?

Nenne mir seinen Namen und sage mir dann, was du möchtest, das ich jetzt für ihn tun soll. Erbitte viel! Zögere nicht, zu bitten. Sprich zu mir auch einfach und aufrichtig von den Armen, die du trösten willst; von den Kranken, die du leiden siehst; von den Verirrten, die du sehnlichst auf den rechten Weg zurückwünschest. Sag mir für alle wenigstens ein Wort. Den Rest des Eintrags lesen »

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Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben

Freitag, 2. April 2010 von Pater Gabriel

„Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ – mit diesen Worten beschließt der Evangelist Johannes seine Darstellung der Passion des Herrn; mit diesen Worten eröffnet er die Christusvision im letzten Buch des Neuen Testamens, das wir „Geheime Offenbarung“ zu benennen pflegen. Zwischen der zweimaligen Anführung dieses prophetischen Wortes aus dem Alten Bund liegt die ganze Geschichte ausgespannt: zwischen Kreuzigung und Wiederkunft des Herrn; in diesem Wort ist ebenso die Rede von der Erniedrigung dessen, der wie ein Verbrecher am Galgen starb, wie von der Macht dessen, der kommen wird, die Welt zu richten – auch unser Richter. „Sie werden schauen auf den, den sie durchbohrten“ – das ganze Johannesevangelium ist im Grunde nichts anderes als der Vollzug dieses Wortes, nichts anderes als das Bemühen, unsere Augen und unser Herz zu sammeln in den Blick auf Ihn hinein. Und die ganze Liturgie der Kirche ist nichts anderes als Schauen auf den Durchbohrten, dessen verhülltes Antlitz der Priester auf dem Höhepunkt des Kirchenjahres, in der gottesdienstlichen Feier des Karfreitags, den Augen der Kirche und der Welt enthüllt: „Seht, das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen!“ „Sie werden schauen auf den, den sie durchbohrten.“ – Herr, gibt uns, in dieser Stunde auf dich zu schauen, in der Stunde deiner Verborgenheit und Erniedrigung durch eine Welt, die das Kreuz als ärgerlichen Unfall übergehen will, die sich deinem Blick entzieht, ihn als unnütze Zeitvergeudung ansieht und nicht weiß, dass sie eben darin deiner Stunde entgegengeht, in der sich niemand deinem Blick wird entziehen können.[1]

  1. Quelle: Joseph RATZINGER, Birgit POTTLER (Hg.), Das Geheimnis von Tod und Auferstehung. Betrachtungen zur Fasten- und Osterzeit (Leipzig 2006) 6f. []

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Die Stunde von Gethsemane

Donnerstag, 1. April 2010 von Pater Gabriel

In der Stunde von Gethsemane erreicht dieses immerwährende Leiden seine bitterste Schärfe. Das Leben Gottes hat keine Zeit und keine Veränderung; es steht in unendlicher und einfacher Gegenwart. Das Leben des Menschen geht in Zeiten, steigt und fällt. Im Herrn war beides, die ewige Gegenwart und der Wandel der Zeit; so wird auch jenes innere Leiden seine Zeiten gehabt haben – des Umfangs, der Dringlichkeit, der Schärfe. Nun war die Stunde, da „alles vollbracht“ werden sollte.

Wer will wissen, wie Gott, der Vater, Ihm damals entgegentrat? Immer war Er sein Vater, und immer ging vom Vater zum Sohne die unendliche Liebe, welche der Geist ist; dennoch ist einmal der Augenblick gekommen, den das Wort ausdrückt: „Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Wenn wir von diesem Wort nicht lieber schweigen wollen, dann werden wir sagen müssen, der Vater habe sich Jesus so zu erfahren gegeben, als wäre Er der von Gott wegverlorene und verworfene Mensch. Jesus habe in jener Stunde die Einheit mit uns bis ins Geheimnis hinein ausgekostet. Das hat aber doch wohl nicht erst in jenem letzten Augenblick am Kreuze eingesetzt, sondern schon vorher. Wohl schon vorher ist Ihm der Vater als Jener entgegengetreten, der Er dem Sünder gegenüber ist – dem Sünder, dessen Dasein Christus ja als das seine auf sich genommen hatte. Vielleicht dürfen wir sagen, dass in der Stunde von Gethsemane jenes Wissen um die Menschenschuld und Menschenverlorenheit sich vor dem Angesicht des Vaters, der Ihn zu „verlassen“ begann, in seiner letzten Schärfe aufgerichtet hat. Da hat jenes Wissen und Leiden eine Furchtbarkeit angenommen, von der Jesu sichtbares Sich-Ängsten und Zurückschaudern, das „gewaltigere Beten“ und der Schweiß, der „wie Tropfen Blutes wurde, die zur Erde niederrannen“, das letzte an uns gelangende Zeichen waren – so wie ein Wirbel an der Oberfläche des Meeres das äußerste Anzeichen einer Katastrophe sein mag, die auf dessen Grunde vorsichgeht, und deren Ausmaße unsere Vorstellungskraft übersteigen.

Das war die Stunde von Gethsemane: Dass Jesu Menschenherz und -geist in die letzte Erfahrung dessen eintrat, was die Sünde vor dem richtenden und rächenden Antlitz Gottes bedeutet. Dass sein Vater von Ihm forderte, Er solle diese Sünde als die seine auf sich nehmen. Und dass Er, wenn man so sagen darf, den Zorn des Vaters wider die Sünde gegen sich, der sie auf sich genommen, gerichtet sah und die Abwendung des Ihn „verlassenden“ heiligen Gottes erfuhr.

Wir „reden nach Menschenweise“. Vielleicht täten wir besser, zu schweigen. Aber wir sprechen ja nicht, um etwas aus Eigenem zu sagen, sondern um einen Dienst zu tun. Und gebe der Herr, dass jene Stunde an uns, die wir von ihr reden, nicht verloren sei. In ihr hat Er den Willen des Vaters angenommen und den Seinen hingegeben. „Sein“ Wille war nicht, sich gegen Gott zu behaupten; das wäre ja die Sünde gewesen. Dieser „Wille“ war wohl nur der Schauder eines so lebendigen und reinen Wesens davor, im Stand des Sünders stehen und – nicht aus persönlichem Tun, aber aus der unendlichen Verselbigung der stellvertretenden Liebe – Jener sein zu wollen, auf dem der Zorn Gottes lag. Das anzunehmen, war wohl der Inhalt seiner Worte: „Nicht was Ich will, sondern was Du.“

Da ist alles durchgekämpft worden. Was nachher kam, war der Vollzug dieser Stunde. In ihr wurde alles vorweggenommen; was nachher kam, war nur das Vollbringen.[1]

  1. Quelle: Romano GUARDINI, Der Herr. Betrachtungen über die Person und das Leben Jesu Christi (Mainz 182000) 467f. []

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Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Sonntag, 21. März 2010 von Pater Gabriel

Erlauben Sie, geneigte LeserInnen unseres Blogs, dass ich Ihnen an diesem 5. Fastensonntag ein persönliches Erlebnis berichten darf.

Blickt man in unsere Ordensregel, so liest man dort im 33. Kapitel über die apostolischen Reisen der Mitbrüder: „Im übrigen sollen sie […] vorzugsweise die Kranken in den Spitälern und die Gefangenen in den Kerkern besuchen. Sie sollen sie durch heilsame Ermahnungen aufrichten und trösten und sie aneifern, der Geheimnisse des Leidens des Herrn zu gedenken.“ Heute durfte ich dieser Aufforderung unseres Stifters nachkommen und die Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Hirtenberg (Österreich) besuchen.

Lange Jahre schon besteht zwischen dem Priesterseminar Leopoldinum Heiligenkreuz und dem Gefängnisseelsorger Pfarrer Mag. Andreas Hornig eine enge Verbindung. Oftmals hat er uns schon von seiner Arbeit berichtet und ehemalige Häftlinge gaben Zeugnis über ihre Bekehrung im Gefängnis. Diesen Sonntag waren nun drei Seminaristen, zusammen mit unserem Direktor P. Pirmin Holzschuh OCist, eingeladen, gemeinsam mit den Inhaftierten die Heilige Messe zu feiern. Den Rest des Eintrags lesen »

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4. Adventsonntag (Lk 1,26-38)

Sonntag, 21. Dezember 2008 von Pater Gabriel

Im heutigen Sonntagsevangelium werden wir in Gedanken in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret versetzt. Maria, ein junges Mädchen, ist von Gott auserwählt worden, die Mutter des Höchsten zu werden.

Als der Engel bei ihr eintrat erschrak sie sehr. Plötzlich tat sich etwas nie zuvor Gesehenes auf. Plötzlich wurde der Vorhang ein kleines Stück aufgemacht und Maria konnte im Anblicken des Engels etwas von der Herrlichkeit Gottes erfahren. Wenn plötzlich das Ewige das Zeitliche berührt, dann kann der Mensch nur erschrecken. Es ist eine Erfahrung, die wir Menschen nicht einordnen können, die über unsere Vorstellungskraft hinausgeht.

Bemerkenswert ist hier, dass nicht Maria sich aufmacht um aus der Zeitlichkeit durch Meditation oder sonstige Techniken auszubrechen, sondern Gott bricht in einem Augenblick in die Zeitlichkeit ein. Gott macht sich auf die Suche nach dem Menschen, nicht umgekehrt. Gott hat mehr Sehnsucht nach dem Menschen als die Menschen nach ihm. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt…” (Joh 15,16) Von nun an, seit der Geburt unseres Erlösers im Stall von Bethlehem, müssen wir Gott nicht mehr außerhalb von uns suchen, seither ist er uns ganz nahe gekommen. Seither ist er angreifbar, fühlbar, ja, auch „verletzbar” geworden.

Maria war eine tief gläubige Jüdin. Sie selbst wartete sehnsüchtig auf den verheißenen Messias. Als sie die Botschaft des Engels hörte – „Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.” – wusste sie, dass sie auserwählt worden war, die Mutter des Messias zu sein. An ihr sollten sich alle Verheißungen, welche an die Propheten ergangen waren, erfüllen. Hätte das nicht Anlass zu Hochmut gegeben? Doch nein, Maria antwortet: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.”

Das Geheimnis von Weihnachten können wir gar nicht genug ausloten. Was wir jedoch tun können: Wir können den Immanuel, den Gott mit uns, bitten, er möge doch, gerade in dieser Zeit, in alle Situationen unseres Lebens kommen, um darin Mensch zu werden und diese Situationen zu erlösen. Seien es Beziehungen, Arbeitsverhältnisse, schwere Krankheiten usw. Wir dürfen auf das Wort Gottes vertrauen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen” (Mt 11,28).

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3. Adventsonntag (Joh 1,6-8.19-28)

Sonntag, 14. Dezember 2008 von Pater Gabriel

Am heutigen Tag feiert die Kirche den Gaudete-Sonntag. Gaudete heißt übersetzt: Freut euch! Die adventliche Zeit, die eine Fasten- und Vorbereitungszeit auf das große Geburtsfest unseres Herrn Jesus Christus darstellt, wird an diesem Tag allein schon durch die liturgische Farbe rosa durchbrochen. Die Freude über den kommenden Erlöser drückt sich bereits hier aus.

Im heutigen Evangelium begegnet uns, wie in der Adventszeit sehr oft, Johannes der Täufer. Etwas Großartiges vollzieht sich hier in der Wüste am Jordan. Viele Menschen pilgern zu Johannes hinaus, bekennen ihre Sünden und lassen sich taufen. Die religiöse Obrigkeit schickt Kundschafter aus, um Johannes zu befragen, wer er denn sei. „Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.” Es ist dies ein Programm für unser ganzes christliches Leben. Wir sind dazu berufen, Zeugnis für das Licht abzulegen. Wie Johannes sollten wir ganz durchlässig sein für das Licht, das wir selbst von Gott empfangen. Wir dürfen mitten in dieser Welt als Lichter leuchten, nicht weil wir selbst dazu fähig wären, sondern weil Gott uns dazu verwenden möchte, seine Zeugen zu sein. Gleichsam wie der Mond sein Licht nicht aus sich selbst hat, sondern von der Sonne empfängt, so sollen auch wir das Licht Christi empfangen und den Menschen weiterschenken.

„Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!” Der heilige Augustinus († 430) schreibt in einer Predigt über  das Verhältnis Johannes´ des Täufers zu Christus:

Johannes ist die Stimme, der Herr aber ist das Wort, von dem es heißt: „Im Anfang war das Wort.” Johannes war die Stimme nur eine Zeitlang, Christus ist das ewige Wort von Anfang an. Nimm das Wort weg, was ist dann die Stimme? Wenn in der Stimme kein Gedanke ist, bleibt sie Geräusch ohne Sinn. Die Stimme ohne Wort pocht zwar an das Ohr, aber sie erbaut nicht das Herz. … Es ist schwierig das Wort von der Stimme zu unterscheiden. Darum wurde Johannes selbst für den Messias gehalten. Die Stimme hielt man für das Wort. Aber um das Wort nicht zu beleidigen, bekannte sich die Stimme zu dem, was sie war: Stimme. So spricht sie: „Ich bin nicht der Messias, nicht der Prophet.” Wer bist du also? Da sagte sie: „Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!”

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