Sel. Nicephoro und Gefährten

Dienstag, 24. Juli 2012 von Br. Matthias Maria

Die 26 Passionisten-Märtyrer von Daimiel ließen in den Wirren des spanischen Bürgerkrieges, der von 1936 bis 1939 das Land in ein Blutbad verwandelte, ihr Leben. Das einzige Verbrechen dieser Männer bestand darin, dass sie einem Orden der katholischen Kirche angehörten. Das genügte unter den damaligen Verhältnissen, um sie erbarmungslos niederzuschießen.

Ihre Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. am 1. Oktober 1989 erinnert Spanien an ein dunkles Kapitel seiner Geschichte.

Wir Passionisten begehen den Gedenktag am 24. Juli.

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Hochfest des heiligen Josef

Montag, 19. März 2012 von Pater Gabriel

Die Kirche begeht heute das Hochfest des heiligen Josef, des Bräutigams der Gottesmutter Maria.  Unser Stifter, der heilige Paul vom Kreuz, verehrte den heiligen Josef in besonderer Weise. Er förderte mit Ausdauer dessen Verehrung und die Nachahmung seiner  Tugenden, besonders des inneren Schweigens. Der erste Biograph des Gründers, der heilige Vinzenz Maria Strambi, schrieb in seinen Ausführungen: „Unter den Heiligen hatte Paul vom Kreuz an erster Stelle als seinen besonderen Beschützer den Heiligen Josef erwählt, den reinsten Bräutigam der Jungfrau Maria und großen Meister des Umgangs mit Gott und des heiligen Gebetes. Als er das Noviziatskloster errichtete [Einweihung Juli 1761], getrennt vom anderen Kloster Mariä Opferung auf dem Monte Argentario, wollte er, dass die Kirche dem glorreichen Patriarchen Sankt Josef geweiht würde, gleichsam als würde er ihn bitten, der Beschützer jener frommen jungen Männer zu sein und ihr Lehrer auf den inneren Wegen des Geistes.“[1] Den Rest des Eintrags lesen »

  1. Vgl. Vinzenz Maria STRAMBI, Vita del ven. servo di Dio P. Paolo della Croce, 369-370. []

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100. Todestag des sel. Bernhard Maria Silvestrelli

Freitag, 9. Dezember 2011 von Pater Gabriel

Am heutigen Tag feiert unsere Kongregation den 100. Todestag des sel. Bernhard Maria Silvestrelli. In unserem Orden wird er als der „zweite Gründer“ bezeichnet, da er in einer schwierigen Zeit nicht nur die Kongregation bravourös leitete, sondern auch die Anzahl der Mitbrüder und Provinzen verdoppeln konnte. Gerade in der Gegenwart kann er uns als leuchtendes Beispiel vorangehen, um treu den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Seine demütige Haltung in den 25 Jahren der Ordensleitung hat viele Mitbrüder tief beeindruckt und immer wieder zur Bekehrung des eigenen Herzens geführt. Mehr über sein bewegtes Leben können Sie hier erfahren >>>

Einen Radiovortrag von unserem Provinzial P. Gregor Lenzen können Sie hier anhören bzw. herunterladen >>>

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Sel. Grimoaldo Santamaria

Freitag, 18. November 2011 von Br. Matthias Maria

Heute feiern wir den Gedenktag des Sel. Grimoald von der Purifikation (Ferdinand Santamaria). Er wurde am 4. Mai 1883 in Pontecorvo (Frosinone) geboren. Seine Eltern, Paolo und Cecilia, ließen ihn am folgenden Tag auf den Namen Ferdinando taufen. Sie hatten ein kleines Geschäft zur Seilherstellung und waren ein sehr frommes Ehepaar, daher ließen sie den kleinen Ferdinando bereits im ungewöhnlichen Alter von fünf Monaten firmen. In jungen Jahren schon diente Ferdinando am Altar und war Mitglied in der Bruderschaft zur Unbefleckten Empfängnis.
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Eine außergewöhnliche Heiligkeit in einem gewöhnlichen Leben

Donnerstag, 3. November 2011 von Pater Gabriel

Als drittes von fünf Kindern wurde Luigi in Trebbio di Poggio Berni (Romagna) am 29. April 1869 geboren. Liebevoll wurde er in der Familie „Gigino“ genannt. Die Taufe erhielt er noch am selben Tag, an dem er das Licht dieser Welt erblickte. Die Eltern, Giuseppe Campidelli und Filomena Belpani, waren einfache Bauern, gewöhnt an die Arbeit auf dem Feld und sehr gottesfürchtig. Mit der Familie lebte auch der Onkel Michele, der zum Leidwesen aller das Fluchen nicht lassen konnte. Luigi erschrak jedes Mal, wenn der Onkel seine Zunge nicht im Zaum halten konnte, und betete für ihn. Später, als er schon bei den Passionisten eingetreten war, setzte er das Gebet für seinen Onkel fort und der Herr schenkte ihm einmal die Freude zu erfahren, dass der Onkel nun nicht mehr flucht.

Schon als kleines Kind ging er jeden Sonntag mit den Eltern zur Heiligen Messe und sprach später mit seiner Mutter über die Predigt. Mit fünf Jahren empfing er daher schon die Firmung und mit 10 Jahren die erste Heilige Kommunion. Er war ein „Lausbub“ wie jeder andere, doch von Herzen gut. Für alle seine Lieben betete er viel, speziell für den Vater, der starb als er sechs Jahre alt war. Jeden Tag ging er fünf Kilometer zu Fuß in die Heilige Messe und wenn er nach Hause kam, dann gab er für seine Freunde Katechismusunterricht. Wurde er von jemandem wegen seiner Frömmigkeit verlacht, dann schenkte er ihm umso mehr Aufmerksamkeit und Beachtung. Vor allem der Mutter vielen diese guten Neigungen auf und sie unterstützte ihn tatkräftig dabei. Immer wieder suchte sie wegen Luigi Rat bei ihrem Bruder Don Filippo. Den Rest des Eintrags lesen »

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Gedenktag des Hl. Vinzenz Maria Strambi

Freitag, 24. September 2010 von Pater Gabriel

Der Heilige Vincenzo Maria Strambi wurde am 1. Januar 1745 als Sohn von Giuseppe und Eleonora Gori in Civitavecchia geboren. Der Vater war Apotheker und der junge Vincenzo hätte von den Vorteilen einer wohlhabenden Familie gut profitieren können. Aber der Ruf zur Heiligkeit, welcher an alle Menschen in gleicher Weise ergeht, erfordert eine radikale und absolute Antwort. Dem Leben eines Heiligen widerspricht es, das zu empfinden, was alle empfinden und das zu tun, was alle tun. Es bedarf einer Loslösung, einer gesunden Beurteilung dessen, was alle als Normal ansehen, einer kritischen Überprüfung des eignen Willens, um diesen an den Willen unseres Herrn Jesus Christus anpassen zu können.

Vincenzo entschloss sich somit auf den Ruf Gottes mit einem ganzen Ja zu antworten und bereitete sich auf das Priestertum vor. So wurde er am 29. Dezember 1767 geweiht. Aber sein Wunsch, sich ganz Christus zu schenken, endete nicht mit der Priesterweihe. Er wollte Religiose, d. h. Mitglied einer Ordensgemeinschaft, werden. Zunächst versuchte er es bei einer missionarischen Gemeinschaft in Italien und später bei den Kapuzinern. Schließlich lernte er durch die Vorsehung Gottes Paul vom Kreuz kennen. Angespornt durch seine herausragende Persönlichkeit und Heiligkeit trat er 1768 bei den Passionisten ein. Um jedoch den großen Vorbehalten seines Vaters zuvorzukommen, musste er von zu Hause fliehen. Sein Vater schrieb an Paul vom Kreuz und bat ihn, er möge doch seinem Sohn befehlen nach Hause zurückzukehren. Doch der Ordensgründer antwortete mit einem entschiedenen und klaren Brief, welcher sogar prophetische Worte enthielt: „Man könne sich in höchstem Maße daran erfreuen, dass der Herr Ihren Sohn dazu auserwählt hat, ein großer Heiliger zu werden.“

Vincenzo war mit einem scharfen Verstand und einem ausgeprägten Sinn für das Praktische gesegnet. Trotzdem verstand er sich nie darauf mit seinen Talenten zu prahlen. Mit nur 21 Jahren erhielt er bereits vom Bischof von Montefiascone den Auftrag, Präfekt des Seminars zu werden und mit 22 wurde er Regens des Priesterseminars von Bagnoregio, wohlgemerkt noch vor seiner Priesterweihe.

Später entwickelte er sich zu einem fähigen Volksprediger, der gerne in verschiedenen Kirchen Roms gehört wurde und zahlreiche Priesterexerzitien gab. Als gesuchter geistlicher Begleiter zählte er auch Heilige zu seinen Beichtkindern, unter anderem den Hl. Gaspare del Bufalo, den Gründer der Missionare vom Kostbaren Blut, den Hl. Vinzenz Palotti und die Selige Anna Maria Taigi. In der Kongregation der Passionisten hatte Pater Vincenzo zahlreiche Ämter inne. Er war Ausbildner der Ordensstudenten, Hausoberer, Provinzial und Generalkonsultor. Als Passionist verehrte er in besonderer Weise das Kostbare Blut unseres Herrn Jesus Christus. Sein erstes Buch schrieb er über den Monat Juli, welcher dem Kostbaren Blut geweiht ist.

Ein weiteres Charakteristikum des Heiligen war seine außerordentliche Beharrlichkeit. Pater Vincenzo, der die Ruhe und Abgeschiedenheit der passionistischen Klöster (ritiri) kennen gelernt hatte, wurde 1801 von Pius VII. zum Bischof von Macerata und Tolentino ernannt. Wie schon zuvor war er auch hier ein pflichtbewusster Hirte. Mit großem Eifer ging er daran, Bildung und Frömmigkeit des ihm anvertrauten Klerus zu heben, so dass man ihn einen „Karl Borromäus und Ambrosius zugleich“ nannte. Auch ein Priesterseminar wurde von ihm erbaut. Mit Würde und Geduld ertrug er auch das von Napoleon verordnete Exil von 1808 bis 1814, da er weiterhin an der wahren Lehre der Kirche und dem Papsttum festhielt und den Treueeid auf den französischen Herrscher nicht leisten wollte.

Trotz all der Sorge als Hirte seiner Diözese überhörte er nicht den Ruf der Kranken und Armen. „Die Armen, sagte er, sie schreien, sie schreien.“ Bis zum Schluss gab er sich für die Kirche, die Gläubigen und den Papst hin. Nachdem er den Heiligen Vater mehrmals darum gebeten hatte ihn von der Leitung der Diözese zu entbinden, rief ihn Papst Leo XII. 1823 als Berater und Beichtvater in seine Residenz nach Rom. Doch Bischof Vincenzo wollte seinem Herrn Jesus Christus bis ans Ende folgen und bot sein Leben für den schwer erkrankten Papst an. Er wurde erhört und so starb er am 1. Januar 1824. Seine Seligsprechung fand 1925 statt und im Heiligen Jahr 1950 sprach ihn Papst Pius XII. heilig. Seine Reliquien ruhen seit 1957 in Macerata.

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Die Konversion von John Henry Newman

Samstag, 18. September 2010 von Pater Gabriel

Pünktlich zur morgigen Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman freuen wir uns, Ihnen den Vortrag von unserem Provinzial P. Gregor Lenzen CP über die Konversion von John Henry Newman präsentieren zu können.





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John Henry Newman und der selige Domenico Barberi

Donnerstag, 26. August 2010 von Pater Gabriel

Papst Benedikt XVI. hat seit dem Beginn seines Pontifikates, ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger Johannes Paul II., keine Seligsprechung persönlich vorgenommen. Am 19. September 2010 wird er jedoch von dieser Neuerung eine nicht unbegründete Ausnahme machen. Ein historisches Ereignis also in der jüngeren Kirchengeschichte. Er wird den am 9. Oktober 1845 in die katholische Kirche aufgenommenen Anglikaner und späteren Kardinal John Henry Newman in Birmingham selig sprechen.

Auch für uns Passionisten ist dies ein Anlass zu großer Freude. Unser heiliger Ordensgründer Paul vom Kreuz verspürte während seiner vierzigtägigen Zurückgezogenheit in der Abstellkammer von S. Carlo in Castellazzo „den Wunsch, dass sich die Irrgläubigen bekehrten, insbesondere England und die benachbarten Länder.“[1] In diesem Missionsanliegen betete der damals 26 Jährige sehr viel und leitete später seine „Söhne“, die Passionisten, dazu an, es ihm gleich zu tun. Den Rest des Eintrags lesen »

  1. Martin BIALAS, Das geistliche Tagebuch des heiligen Paul vom Kreuz (Aschaffenburg 1976) 100f. []

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Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus

Dienstag, 29. Juni 2010 von Pater Gabriel

Heute, am Hochfest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus, gedenken wir auch des Namenstages unseres Gründers Paul vom Kreuz. Speziell an diesem Tag wollen wir diese großen Heiligen in den so vielfältigen Anliegen der Kirche und unserer Kongregation um ihre Fürsprache bitten.

Der heilige Paul vom Kreuz pflegte einen Tag nach seinem Namenstag eine besondere Übung. Er nannte sie die „Fastenzeit unserer lieben Frau“. 40 Tage bereitete er sich auf das Hochfest Mariä Himmelfahrt vor und verzichtete z.B. vollständig auf Obst. Heute mag uns dies nicht besonders asketisch vorkommen, doch für die damalige Zeit in Italien war dies ein großer Verzicht. Keinerlei Nachtisch oder Süßspeisen zierten den klösterlichen Tisch und so bildete Obst die einzig süße Abwechslung im Speiseplan. Zudem war Obst das Einzige, was der Heilige in den letzten Jahren seines Lebens noch halbwegs vertragen konnte. Aufgrund der vielen Missionen und asketischen Übungen war sein Magen schwer angeschlagen. Doch niemals unterließ er das Fasten zu Ehren der Muttergottes. Auch außerhalb dieser Fastenzeit, wenn ein Mitbruder ihm ein Stück Obst reichte, so dankte er für diesen Liebesdienst, aß jedoch nur ein Stückchen, um den Bruder nicht zu kränken und ließ den Rest übrig.[1]

Auch auf die anderen Marienfeste bereitete sich der Heilige in besonderem Maße vor. Er betete z.B. täglich den gesamten Psalter oder verschiedene Novenen. An Abtötung ließ er es ebenso nicht mangeln, um besondere Gnaden vom Himmel her zu erbeten.

Das Fasten hat in der Kongregation der Passionisten somit schon eine lange Tradition. Für Paul vom Kreuz war es eines der geeignetsten Mittel um den Geist zu Gott zu erheben.[2] Unter Hinweis auf die heiligen Väter und Kirchenlehrer schreibt er in  der Ordensregel: “Wir halten es für unnötig, hier noch etwas beizufügen, um die mannigfachen Vorzüge dieser heilsamen Übung und ihr hervorragendes Verdienst hervorzuheben.”[3] Von 1728 bis 1746 verzichteten die ersten Passionisten völlig auf Fleisch. An Hochfesten waren Milchprodukte und Eier gestattet und ebenso den Kranken wurden sie zur rascheren Genesung gereicht. Paul vom Kreuz gestatte dies ebenso den Konventen, welche nicht nahe genug am Meer lagen und daher keinen Fisch hatten. Die schwer arbeitenden Laienbrüder fasteten nur am Mittwoch, Freitag und Samstag.

Von 1746 bis 1785 hielt man an dieser strengen Regelung zumindest im Advent und in der Fastenzeit fest. In der restlichen Zeit des Jahres waren drei Fasttage in der Woche vorgesehen, an denen man nur mittags aß und am Abend etwas Brot, Wein und Obst oder Gemüse zu sich nahm. Zum Ausgleich wurde an den Donnerstagen und zu den Festen zu Mittag und zu Abend etwas mehr gereicht. Ab 1769 wurden Milchprodukte dreimal in der Woche erlaubt.  Paul vom Kreuz, der immer verstand strenge Askese mit Milde zu vereinen, gewährte den Studenten und jenen, welche an „Schwäche litten“, am Morgen etwas Brot und Wein zu sich zu nehmen. 1785 erlaubte Papst Pius VI. Fleischspeisen außerhalb der Fasttage, da er um die junge und segensreiche Kongregation fürchtete. Erst 1906 wurden Eier und Milchprodukte außerhalb der Fasttage zum Verzehr erlaubt.
Die aktuellen Konstitutionen unserer Kongregation sehen das Fasten und die Abstinenz „am Freitag und mindestens an zwei weiteren Tagen in der Woche“[4] vor.

  1. Vgl. Vincent STRAMBI, The life of the blessed Paul of the cross. Founder of the congregation
    of the barefooted clerks of the most Holy Cross and Passion of Jesus Christ. VOL. II/Book II (1853) 117f. []
  2. Vgl. Fabiano GIORGINI, La Congregazione della Passione di Gesù. Sguardo storico della spiritualità, organizzazione, sviluppo (Roma 2006) 81. []
  3. Regel und Konstitutionen der Kongregation der unbeschuhten Kleriker vom Heiligsten Kreuz und Leiden unseres Herrn Jesus Christus (1775) 47. []
  4. Konstitutionen der Kongregation vom Leiden Jesu Christi (Rom 1984) Nr. 59. []

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Gedenktag des seligen Lorenzo Salvi – ein „Missionar des Jesuskindes“

Samstag, 12. Juni 2010 von Pater Gabriel

Lorenzo Salvi ist ein Mann, welcher sein Leben in den Dienst Gottes gestellt hat. Zu Recht erhielt er das Attribut „immer in Bewegung“. Vor allem zeichnete er sich durch Milde und Demut aus, welche er in der Schule des Jesuskindes und der Familie von Nazareth gelernt hat.

Er wurde am 30. Oktober 1782 in Rom im Palazzo der Grafen von Carpegna in aristokratischem Umfeld geboren. Noch am selben Tag wurde er auf den Namen Laurentius Cajetanus Maria getauft. Seine Eltern waren Antonio und Marianna Biondi. Einen Monat nach seiner Geburt starb die Mutter, was gottseidank kein Trauma beim kleinen Lorenzo hinterließ. Seine Ausbildung begann er im nahegelegenen Collegio Romano, welches vom hl. Ignatius von Loyola gegründet wurde. Er lernte dort zusammen mit dem hl. Kaspar di Bufalo, dem Gründer der Missionare vom Kostbaren Blut und Mauro Cappellari, dem späteren Papst Gregor XVI.

Mit 19 Jahren, am 14. November 1801, trat er bei den Passionisten ein und erhielt den Namen Lorenzo Maria vom hl. Franz Xaver. Die Kongregation hatte er durch den hl. Bischof Vinzenz Maria Strambi (1745-1824) kennengelernt, welcher die erste Biographie über unseren Stifter Paul vom Kreuz verfasst hat. Ebenso war dieser der Seelenführer der sel. Anna Maria Taigi und des hl. Kaspar di Bufalo. Das Noviziat machte Lorenzo am Monte Argentario im Noviziatshaus San Giuseppe, welches im Juli 1761 eröffnet wurde und den Novizen ein den Wünschen des Gründers entsprechendes einsames und zurückgezogenes Ambiente bot.[1] Dort legte er am 20. November 1802 die ewigen Gelübde ab. Am 29. Dezember 1805 empfing Lorenzo in Rom die Priesterweihe.

1808 fiel Napoleon in den Kirchenstaat ein. Durch das napoleonische Dekret wurden die damaligen Orden unterdrückt und aufgehoben. So musste auch Lorenzo von 1811 bis 1814 in den kleinen Konvent von Pievetorina (Provinz Macerata, Marken) fliehen, da auch er den Treueeid auf den Kaiser verweigerte. 1815 kehrte er wieder nach Rom zurück. Er hatte viele Ämter in der Kongregation inne, darunter auch das Amt des Rektors im Generalat Santi Giovanni e Paolo in Rom, wo sein Stellvertreter der spätere sel. Domenico Barberi war. Lorenzo verstand es, das kontemplative und aktive Leben zu verbinden, welches den Passionisten aufgetragen ist. Er war ein unermüdlicher Missionar, hervorragender geistlicher Begleiter und ebenso ein ausgezeichneter Organist. Viele Menschen suchten ihn in ihren Leiden auf und schätzten seinen Eifer und seine Umsicht. Über 260 fruchtbare Volksmissionen wurden von ihm geleitet und als Prediger wurde er von allen Ständen gerne gehört. Sein Wort war wirkungsvoll, da es begleitet wurde von einem heiligen Leben und zahlreichen Wundern.

Sein Charakteristikum war die zärtliche Verehrung des göttlichen Kindes, welches ihm im Jahre 1812 in Pievetorina erschien und ihn von einer schweren Krankheit heilte. Dieser Moment, das Mysterium von Bethlehem, „das süßeste und lieblichste der Mysterien“, verwandelte die Gesinnung seiner Askese, seine persönliche Mystik, sein Apostolat und auch seine Schriften. Um die Verehrung des göttlichen Kindes zu verbreiten legte er noch zusätzlich zu den vier Gelübden der Passionisten ein persönliches ab und verfasste zahlreiche Schriften und Bücher. Mit einem Bild des göttlichen Kindes, welches er liebevoll „mein süßer kleiner Herrscher“ nannte, wirkte er nicht wenige Wunder. Er wurde „Missionar des Jesuskindes“ genannt. Bethlehem, so sagte er, ist „die Grundschule jeder Tugend“. Lorenzo lebte und verkündete die „Seligpreisung der Kleinen und Unmündigen“, denen Christus die „Geheimnisse des Himmelreiches“ offenbart (vgl. Mt 11,25). Der „kleine Weg der geistlichen Kindschaft“, welcher später von der hl. Teresa von Lisieux beschritten wird, ist die Antwort Lorenzos auf die kulturelle und soziale Herausforderung seiner Zeit, welche andere Kategorien und Werte proklamierte.

Auch heute noch werden „Jesukinder“ verehrt, welche durch den Seligen hergestellt wurden. Ein Exemplar befindet sich in unserem Generalat in Rom, gegenüber der Sterbezelle des Stifters. Er schrieb auch eine Anleitung darüber wie diese herzustellen sind. Lorenzo gründete auch die Vereinigung „Drappello della Sacra Culla“, was soviel bedeutet wie die Schar der Heiligen Wiege, für die er auch ein eigenes Statut verfasste.
Als der Geist der Aufklärung erwachte und bereits vielen die Vernunft verdunkelte, sprach Lorenzo von einem Gott, der aus Liebe menschliche Natur annahm und ein kleines Kind wurde, um alle auf den Weg der Einfachheit des Herzens zu rufen.

1856 folgte er gehorsam dem Ruf seines Oberen sich nach Capranica bei Vetralla zu begeben, um einige Kranke zu besuchen, welche nach seinem Segen verlangten. Er ging, machte aber darauf aufmerksam, dass er nicht länger als drei Tage dort sein werde. Angekommen am 9. Juni 1856 empfing er die Besucher, hörte Beichte, segnete die Kranken und tröstete die Leidenden. Am 12. Juni starb er an einem Schlaganfall.

„Wir haben unseren Heiligen verloren“, sagten die Menschen, während sie versuchten Reliquien von ihm zu bekommen. Bevor Lorenzo in seinen Konvent zurückgebracht werden konnte, musste er auf Drängen der Einwohner in einer Prozession durch die Stadt getragen werden. Die Wachen hatten Mühe den großen Menschenandrang im Zaum zu halten.

Lorenzo wurde im Konvent San Angelo in Vetralla beigesetzt (Das Bild oben zeigt sein Grab). Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 1. Oktober 1989 selig.[2]

Einen Vortrag über sein Leben können Sie hier anhören bzw. herunterladen >>>

  1. Vgl. Fabiano GIORGINI, La Congregazione della Passione di Gesù. Sguardo storico della spiritualità, organizzazione, sviluppo (Roma 2006) 27. []
  2. Quelle: Vgl. http://www.passiochristi.org/IT/IT.htm; Abruf am 12. Juni 2010. []

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